"Die Menschen, die man am besten kennt, sind meist die aus der eigenen Familie. Man kennt ihre Stärken, ihre Schwächen und ihre Vorlieben. Und genau die Menschen sind es, deren Äußeres man am schlechtesten beschreiben kann. Vielleicht liegt es daran, dass man das Bild, das man sich von ihnen gemacht hat, im Herzen trägt und nicht im Kopf. Vielleicht sieht man aber auch einfach nur durch ihre äußere Hülle hindurch auf das Wesentliche. Vielleicht ist man aber auch einfach zu unaufmerksam, hat das Bild von diesen Menschen schon lange abgespeichert. Ist man jetzt gezwungen diese Hülle zu beschreiben, hat man ein ähnliches Problem, wie der Künstler, der zur Umsetzung seiner Arbeit Hilfe braucht. Man ist sich so sicher über das, was man beschreibt und wird dadurch ungenau in der Form seiner Beschreibung. In so eine Situation habe ich meine Mutter gebracht, als ich sie zur Kripo nach Bremen schickte. Sie musste mich einer Erkennungsdienstlerin beschreiben, die an Hand dieser Beschreibung ein Phantombild erstellte. Das Video „Finder“ zeigt den Kampf um die richtigen Worte und die entsprechenden Formen. Es ist im besten Sinne ein Selbstportrait, obwohl ich am wenigsten an der Umsetzung beteiligt war." Oliver Held, Mai 2006

home

             

      Künstler